Optimierung von Joomla und WordPress

Die Optimierung von Content Management Systemen wie Joomla und WordPress erfordert vor allem zwei Maßnahmen: Erstens ist bei der Auswahl des Templates bzw. Themes sowie beim Erstellen von Videos, Bildern und Grafiken darauf zu achten, dass die benötigten Dateien und Dateigrößen möglichst gering gehalten werden. Zweitens können und sollten systemweite und serverseitige Möglichkeiten genutzt werden, um den Ladeprozess zu optimieren. Wie Bilder und Grafien optimiert werden können, wurde ja schon in einem anderen Artikel beschrieben.

Bei der Auswahl eines Templates/Themes kann und muss der programmierungeübte Anwender darauf vertrauen, dass der Hersteller des Templates sauber gearbeitet und die benötigten Komponenten in der Beschreibung erwähnt hat.

Wenn möglich, sollte auf Sitebuilder/Pagebuilder verzichtet werden.

Ein ganz besonderes Kapitel sind die Pagebuilder oder Sitebuilder, die gerne zusammen mit einem Template oder Theme angeboten werden. Einige dieser builder sind ausgesprochen umfangreich und vergrößern den Code ordentlich. Ist der Einsatz hier wirklich erforderlich? Wenn darauf verzichtet werden kann, ziehe ich dies immer vor. Mit Hilfe von CSS und ein wenig Javascript lassen sich viele dieser Effekte ebenfalls erzielen, ohne dass man ein Monster mitladen muss. Der Einsatz derartiger Sitebuilder führt zudem oftmals dazu, dass ein Deaktivieren dieser Komponenten einen Haufen unleserlichen Codewirrwar zurücklässt, so dass man auf diese Weise sozusagen „lebenslang“ (dh. solange die Website lebt) auf die Erweiterung festgelegt ist. Für die meisten Websites ist der Einsatz von Pagebuildern aus meiner Sicht überflüssig.

Der systemeigene Cache bei Joomla

Im Hinblick auf die systemweite Optimierung ist Joomla eindeutig gegenüber WordPress im Vorteil: Von Haus aus verfügt Joomla bereits über ein recht gutes Cachingsystem zur Optimierung der Ladezeiten. Bei aktiviertem Caching werden statt jedes Mal eine neue, zeitintensive Datenbankabfrage zu generieren, die aufgerufenen Seiten im Cache abgelegt, die Datenbankabfrage entfällt.

Screenshot 1: Joomla Caching aktivieren

Standardmäßig ist der Joomlacache deaktiviert. Dies kann man über ->System->Konfiguration->System ändern. Unter Cache-Speicher (1) belassen Sie es bei Datei, den Path to Cache Folder (2) können Sie einfach leer lassen, es sei denn, Sie möchten hier einen anderen Pfad eingeben. Innerhalb Ihres Webverzeichnisses legt Joomla standardmäßig die Dateien im Verzeichnis cache ab. Wenn Sie hier ein anderes Verzeichnis wählen, muss dieses existieren und durch Joomla beschreibbar sein.

Die Cache-Dauer (3) wird hier in Sekunden angegeben, bei Überschreiten der Zeit, werden die Dateien jeweils neu angelegt. Unter Cache (5) können Sie zwischen „An – normales Caching“ und „An – erweitertes Caching“ wählen. Bei sehr großen Internetauftritten kann die letztere Einstellung dazu führen, dass sehr viel Speicher für den Cache verbraucht wird. Es empfiehlt sich, bei eingeschaltetem Cache regelmäßig den verbrauchten Plattenplatz zu kontrollieren. Um den erstellten Cache zu löschen und neu erstellen zu lassen (sehr sinnvoll bei Änderungen an bestehenden Dateien) klicken Sie auf ->System->Cache leeren. Dort erhalten Sie eine Übersicht sowohl für die Site, als auch für den Administrator und können entweder Teile oder Alles löschen.

Caching bei WordPress mittels Plugin nachrüsten

Bei WordPress steht leider kein hauseigenes Caching zur Verfügung, dies muss über geeignete Plugins nachgerüstet werden. Ich setze hier gerne WP Fastes Cache von Emre Vona ein. Das Plugin ist nahezu selbsterklärend und leicht zu verstehen. Schon die einfache, kostenfreie Version bietet dem WordPress Anwender die meisten wichtigen Funktionen.

Auch serverseitig läßt sich das Caching optimieren, seit PHP 7 läßt sich mit OpCache eine enorme Geschwindigkeitsverbesserung erzielen.

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Ich hoffe, Sie haben auf meiner Seite wertvolle Anregungen und Informationen erhalten.

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